Verhalten soziales Umfeld

Verhalten des sozialen Umfeldes

Ihr Partner, ein naher Verwandter oder enger Freund leidet an Burnout-Syndrom? Sie möchten gerne helfen, wissen aber nicht, wie Sie sich verhalten sollen?
 
altDamit stehen Sie nicht allein da. Burnout-Syndrom betrifft immer auch das familiäre und soziale Umfeld. Hier sind einige Tipps für Sie zusammengestellt, die helfen können, zu helfen.

Ein Mensch der an Burnout-Syndrom leidet, fühlt sich lustlos und überfordert. Sein Selbstwertgefühl ist auf dem Nullpunkt, er fühlt sich minderwertig und zu nichts nutze. Obwohl objektiv betrachtet klar ist, dass ein Mensch in dieser Lage Hilfe braucht, fällt es den meisten Burnout-Patienten schwer, sich Angehörigen und Freunden anzuvertrauen und Unterstützung anzunehmen.

Burnout Betroffene wehren sich vehement, möchten niemanden an sich heranlassen und kapseln sich immer mehr ab.

 

Tipps:

  • Achten Sie auf Ihre eigenen Bedürfnisse und stecken Sie bei aller nötigen Rücksichtnahme nicht dauerhaft zugunsten des Burnout Betroffenen zurück.
  • Achten Sie auf Ihre eigenen Körpersymptome, die eine Erschöpfung ankündigen.
  • Motivieren Sie den Burnout Betroffenen zu kleinen Schritten, aber überfordern Sie ihn nicht mit gut gemeinten Überraschungen. Was nicht gelingt, erzeugt nur neue Schuldgefühle!
  • Respektieren Sie die Eigenständigkeit des Burnout Betroffenen, auch in der Krankheit.
  • Nehmen Sie Äusserungen zum Suizid ernst und informieren Sie den behandelnden Arzt.
  • Sich punktuell Hilfe von aussen zu holen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Weitsicht, Stärke und Mut. Entlastung beugt der eigenen Erschöpfung vor.
  • Gut zureden sich aufzuraffen hilft oft wenig, da der Kranke es ohnehin schon selbst nicht schafft
  • Keinen platten Trost schenken
  • Evtl. Entscheidungen abnehmen, mit denen der Kranke überfordert ist
  • Bei Körperpflege unterstützen oder dazu animieren
  • Partnerschaft: Verständnis für schwindende sexuelle Gefühle zeigen
  • Keine Vorwürfe machen

Der Umgang mit Burnout-Patienten ist oft schwierig. Manche reagieren auf Hilfe und Unterstützung aus dem altUmfeld sehr abweisend und fühlen sich dadurch nur noch stärker unter Druck gesetzt. Andere wünschen sich insgeheim Hilfe, können das aber nicht deutlich machen. In jedem Fall sollte ein Burnout-Syndrom von einem Spezialisten behandelt werden. Seien Sie sich darüber im Klaren, wenn Sie einem Betroffenen in Ihrem Umfeld helfen möchten. Sie können diese Person nur unterstützen, aber keinesfalls einen Therapeuten ersetzen. Niemandem ist geholfen, wenn Sie sich selbst bis an die Grenzen der Belastbarkeit aufopfern.

 

So können Sie jemandem helfen, der erste Anzeichen eines Burnouts zeigt:

  • Je mehr Sie selbst über Burnout-Syndrom wissen, desto mehr Verständnis werden Sie für den Betroffenen haben. Lesen Sie Ratgeber-Literatur zum Thema, nehmen Sie Kontakt zu Selbsthilfegruppen auf und sprechen Sie mit einem Arzt über Burnout. Gehen Sie auf den anderen zu.

Burnout-Patienten bitten nur in den seltensten Fällen um Hilfe.

  • Starten Sie immer wieder Anläufe für Gespräche und versuchen Sie den anderen dazu zu bringen, über seine Gedanken und Gefühle offen zu sprechen. Haben Sie Geduld und lassen Sie sich von Zurückweisungen nicht entmutigen. Bedrängen Sie den anderen aber nicht. Gehen Sie einfühlsam vor und lassen Sie zwischen den Versuchen etwas Zeit vergehen.
  • Versichern Sie dem Betroffenen glaubhaft, dass Sie Verständnis für ihn haben. Sprechen Sie offen darüber, dass Sie sich über Burnout-Syndrom informieren. Damit signalisieren Sie ernsthaftes Interesse an der Situation des anderen.
  • Schreiben Sie dem Betroffenen einen Brief. Schildern Sie ihre eigenen Gefühle für den anderen und wie Sie altdie momentane Situation empfinden. Machen Sie deutlich, dass Sie helfen möchten, und dass der andere Ihnen vertrauen kann. Ein solcher Brief hat den Vorteil, dass der andere nicht sofort darauf reagieren muss. Er kann zunächst in Ruhe über die Argumente nachdenken. Ausserdem ist ein Brief immer ein grosse Geste: Dass Sie sich die Mühe gemacht haben, einen Brief zu schreiben, zeigt, wie viel Ihnen der andere bedeutet. Erwarten Sie trotzdem keine überschwängliche Reaktion. Eventuell freut sich der andere insgeheim sehr über Ihre Anteilnahme, kann seine Freude aber nicht ausdrücken.
  • Stärken Sie das Selbstwertgefühl des anderen. Betonen Sie des öfteren, dass Sie und andere Verwandte und Freunde gerne mit ihm zusammen sind und ihn sehr schätzen. Erinnern Sie ihn daran, was er im Leben bereits alles geschafft und geleistet hat.

Geben Sie dem anderen das Gefühl ein ganz besonderer und wertvoller Mensch zu sein.

  • Regen Sie kleinere gemeinsame Unternehmungen an. Das kann ein einfacher Spaziergang sein, ein altKonzertbesuch oder ein Treffen mit guten Freunden. Menschen mit Burnout haben oft keine Lust etwas zu machen. Aber Abwechslung und Bewegung sind genau das Richtige, um sie aus dem Tief heraus zu holen. Bleiben Sie auch hierbei beharrlich und regen Sie immer wieder zu kleinen Aktivitäten an. Zwingen sollte man allerdings niemanden.

Setzen Sie den Burnout Betroffenen keinesfalls zusätzlich unter Druck.

  • Fordern Sie den Betroffenen immer wieder dazu auf, einen Arzt oder Psychologen aufzusuchen. Ein Burnout lässt sich meist nicht ohne professionelle Hilfe überwinden.

Allerdings sträuben sich die Betroffenen oft dagegen. Viele möchten ihre intimsten Probleme nicht einer fremden Person offenbaren oder denken, dass ihnen ein Arzt sowieso nicht helfen kann.

  • Bitten Sie den anderen immer wieder, es einfach mal zu versuchen. Machen Sie ihm klar, dass ein Arzt oder Therapeut Erfahrung mit Burnout hat und bestimmt helfen kann. Erwähnen Sie alternativ die Möglichkeit einer Selbsthilfegruppe.
  • Zu guter letzt: Überfordern Sie sich nicht selbst. Sie sind kein Therapeut, können keine Selbsthilfegruppe ersetzen und die Probleme des anderen auch nicht für ihn lösen. Gönnen Sie sich Auszeiten, in denen Sie Spass haben und unbeschwert sind. Nur so können Sie die eigenen Kraftreserven auftanken und dem anderen über einen längeren Zeitraum eine Stütze sein.