Persönlichkeitsmerkmale

Persönlichkeitsmerkmale

Wen trifft es oder wer ist besonders anfällig für ein Burnout?

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Eher gefährdet sind Perfektionisten und Idealisten, die nach überhöhten Zielen streben, aber auch aufopferungsvolle Helfer und Menschen, die nicht Nein sagen können oder die viel Anerkennung brauchen. Private Probleme erhöhen die Anfälligkeit für ein Burnout.

Die typische Burnout-Persönlichkeit gibt es jedoch nicht. Die Psychologie verweist auf einige Persönlichkeitsmerkmale, die als Riskofaktoren für Burnout gelten können. Statistisch sicher belegt ist dies allerdings nicht:

  • hohe Ansprüche und Unterschätzen des Aufwands und der Erfolgsaussichten der Ziele
  • ein starkes Helfermotiv
  • starkes Streben nach Anerkennung und Erfolg
  • übermäßiger Idealismus
  • unermüdlicher Einsatz, sich zuviel aufbürden, sehr hoher Einsatzwille
  • ein labiles Selbstwertgefühl
  • Neigung zu Perfektionismus ohne Kompromisse
  • unrealistische Einstellungen zu Beruf und Lebensverlauf (Meine Arbeit ist mein Leben. Ich kann mir selbst helfen.)
  • anderen keine Grenzen setzen können (fehlende Selbstschutzfähigkeiten)
  • nicht auf gesundheitliche Warnzeichen achten
  • Stress und Berufsfrust nur passiv und nicht konstruktiv bewältigen können
  • mangelhafte berufliche bKompetenzen und Selbstüberschätzung

>> Welcher Typ sind Sie?

Richtig einig ist die Wissenschaft sich hier allerdings nicht. Zum einen wird der dynamische, begeisterte Idealist als Burnout-Typ genannt, zum anderen ein zurückhaltender und leistungsschwacher Typ mit wenig Ehrgeiz und Selbstvertrauen.

  • altWichtig: Es kann bei der Betrachtung von Persönlichkeitsmerkmalen nicht um die "Schuldfrage" gehen (Wer zu ehrgeizig ist selber schuld), zumal vielen Arbeitgebern hoch engagierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr zupass kommen. Mit einer Individualisierung des Problems und Reduzierung auf Verhalten des Betroffenen läßt sich allzuleicht von den organisatorischen Ursachen ablenken. Nur eine wirksame Lösung ist so nicht zu finden. Zu Burnout tragen immer mehrere Faktoren bei.

Weitere Persönlichkeitsmerkmale

  • Neurotizismus: Eigenschaften wie Ängstlichkeit, mangelnde Selbstachtung, Neigung zu Irritationen, Sorgen und Depressionen, Neigung zu Zwanghaftigkeit, Schuldanfälligkeit und ein labiles Selbstwertgefühl sind bei Ausbrennern auffällig
  • krankhafter Ehrgeiz: Menschen, deren Selbstwertgefühl größtenteils auf ihren beruflichen Leistungen beruht, zeigen eine häufig krankhafte Sucht nach Erfolg. Diese wird meist durch die elterliche Erziehung geprägt, nämlich genau dann, wenn die Zuneigung und Liebe direkt von den vorgezeigten Erfolgen der Kinder abhängt.
  • Zwang, alles gleichzeitig zu erledigen
  • Überengagement
  • Helfersyndrom: Es wird versucht, Versagenserlebnisse und versagte Zuwendung in der Kindheit nun durch die eigene soziale Tätigkeit zu kompensieren. Der Helfer gibt die Zuwendung, die er empfangen möchte. Personen mit dem Helfersyndrom versuchen, ihr labiles Selbstwertgefühl durch die Aufopferung an eine große Aufgabe und die damit verbundene Dankbarkeit vieler Hilfsempfänger zu stabilisieren
  • Kontrolliertes Auftreten und der eigenen Gefühle
  • Mehrarbeit, ohne etwas adäquates zurückzubekommen (Aufopferung)
  • Angst vor Verlust des Ansehens
  • Eigene hohe Anforderung / Bewertungshaltung
  • Perfektionsstreben: Ausbrenner setzen sich oft zu hohe Ziele und haben Probleme, Kompromisse einzugehen. Das wirkt sich nachhaltig auf ihre Handlungsplanung und -bewertung aus