Mobbing Prävention

Übersicht

altMobbing kommt vom englischen "mob" für Meute, randalierender Haufen; "to mob" heisst pöbeln. Doch nicht jeder Krach, jede Streiterei, Schikane oder Ungerechtigkeit ist Mobbing.

Es bezeichnet die systematische Ausgrenzung und Erniedrigung eines anderen altMenschen durch eine oder mehrere Personen. Diese feindseligen Angriffe geschehen mit einer gewissen Regelmässigkeit, also mindestens einmal die Woche und über eine bestimmte Dauer, d.h. mindestens ein halbes Jahr.

  • Durch Psychoterror am Arbeitsplatz entstehen den Betrieben erhebliche Kosten.
  • Gegen Mobbing müssen Unternehmen eindeutig Stellung beziehen.
  • Dafür sind Betriebs- und Dienstvereinbarungen ein geeignetes Instrument.
  • Sie können Regeln für ein faires Miteinander beinhalten.

Eine gute Arbeitsorganisation, ein freundliches Betriebsklima, die Einführung eines Beschwerdesystems, Aufklärung usw. sind Mittel zur Mobbing-Prävention.

Kosten

Mobbing verursacht in den Betrieben hohe Kosten. Sie entstehen durch

  • Fehlzeiten
  • Fluktuation
  • Arbeitsgerichtsprozesse
  • geringere Arbeitsleistung der Mobbingopfer

altWenn Mobbing das Betriebsklima vergiftet, beeinträchtigt das ebenfalls die Arbeitsmotivation der anderen Beschäftigten und kann sich negativ auf die gesamte Arbeitsproduktivität auswirken.

Schätzungen von Fachleuten gehen davon aus, dass den Unternehmen Kosten in Höhe von 15.000 bis 50.000 Euro pro Jahr und gemobbter Person entstehen. Zusätzlich entstehen auch die von der Gesellschaft zu tragenden Kosten z.B. für Heilbehandlungen und Rehabilitationskuren sowie jene, die durch Arbeitslosigkeit und Frühpensionierungen entstehen.

Möglichkeiten der Prävention

Damit einzelne Personen erst gar nicht zur Zielscheibe der Stressbewältigung anderer werden, können vorbeugende Massnahmen ergriffen werden, bspw.

  • durch eine veränderte Arbeitsorganisation Belastungen reduzieren und für grösseren Handlungs- und Entscheidungsspielräume sorgen
  • betriebliche Entscheidungsprozesse transparent machen
  • betriebliche Informationspolitik verbessern
  • starre Hierarchien durch flache ersetzen
  • Zuständigkeiten klar regeln
  • Vorgesetzte schulen und zu demokratischem Führungsstil anhalten
  • ein Betriebsklima pflegen, das die gegenseitige Unterstützung wertschätzt und in dem Intrigen als unsozial und unerwünscht gelten
  • Mobbing-Prävention in die Mitarbeiter- und Führungskräfteschulung integrieren
  • Mobbing-Aufklärung mit Plakaten, Faltblättern und Veranstaltungen starten
  • das Betriebsklima auf Betriebsversammlungen thematisieren
  • Umgang mit Konflikten zum Thema von Schulungen machen
  • regelmässige gemeinsame Besprechungen in der Arbeitsgruppe bzw. Abteilung abhalten
  • eine betriebliche Anlaufstelle für Mobbingbetroffene schaffen
  • betriebliche Veränderungen im Vorfeld kommunizieren und die Beschäftigten daran beteiligen

Konfliktbeauftragter

Dies kann ein unabhängiger betrieblicher Konfliktbeauftragter sein. Er solltealt

  • Betroffenen Beratung bieten
  • Gespräche zur Konfliktlösung führen
  • Kontakte zu Selbsthilfegruppen herstellen
  • Anschriften von Unterstützern (Ärzte, Psychologen, Rechtsanwälte usw.) haben

Diese Tätigkeit kann auch ein Mitglied des Betriebsrates übernehmen.

Betriebsvereinbarung

In den Unternehmen und Verwaltungen sollen Dienst- bzw. Betriebsvereinbarungen zur Verbesserung des altBetriebsklimas und zum partnerschaftlichen Verhalten am Arbeitsplatz abgeschlossen werden. In solchen Betriebsvereinbarungen zur Mobbing-Prävention wird bspw. der Wille bekundet, einen sozialen Umgang miteinander zu pflegen und Konflikte fair zu bearbeiten. Verhaltensweisen, die als unerwünscht gelten, werden genau aufgelistet. Für Verstösse wird ein betriebliches Beschwerdesystem eingeführt. Die Vereinbarungen schreiben ein Konfliktlösungsverfahren fest und sehen Hilfen für Betroffene vor. Dazu kann z. B. die Einrichtung einer Konfliktlösungsstelle und die Berufung eines Konfliktbeauftragten gehören. Mobbern drohen Sanktionen bis hin zu Entlassungen.

Umsetzung wichtig

Mit dem Abschluss einer Betriebsvereinbarung ist das Problem nicht einfach "vom Tisch". Sie schafft aber einen verbindlichen Rahmen, der selbstverständlich mit Leben erfüllt werden muss, bspw. durch Aufklärungsarbeit. Den Beschäftigten signalisiert eine solche Vereinbarung, dass es dem Unternehmen ernst damit ist, für ein gutes Betriebsklima zu sorgen und den einzelnen zu schützen.

Gewöhnlich fressen Mobbing-Opfer ihren Kummer über Kränkungen in sich hinein.

Nach den bisherigen Erfahrungen ermutigen Betriebsvereinbarungen Betroffene dazu, Missstände zu thematisieren und zwar möglichst bevor sich daraus ein Mobbing-Fall entwickeln kann. Konflikte werden dann bereits in einem früheren Stadium aufgegriffen und sensibler nach Lösungen gesucht. Eine Streitkultur kann sich auf diese Weise entwickeln. Das gelingt um so stärker, wenn auch die Unternehmensorganisation verbessert und das Miteinander im Betrieb auf Schulungen thematisiert wird.