Mitarbeiterbefragung

Mitarbeiterbefragung

Mitarbeiterbefragungen zu Arbeitsbelastungen und Beschwerden

In Befragungen kommen Beschäftigte eines Unternehmens selbst zu Wort. Sie sind ein Stück Beteiligung, aber sie wecken auch Erwartungen, die Arbeit tatsächlich gesundheitsgerechter zu gestalten.

altAbgefragt wird die Sichtweise der Betroffenen. Es werden Arbeitsbelastungen und gesundheitliche Beeinträchtigungen aus der Perspektive der Beschäftigten erfasst. Dabei sollte das gesamte Belastungsspektrum im Blickfeld stehen, d.h. auch die psychischen und psychosozialen Belastungsfaktoren sind zu berücksichtigen.

Bestimmte Themen berühren sensible Bereiche, wie das Führungsverhalten, die Arbeitszufriedenheit oder betriebliche Konflikte. Auf sie sollte dennoch nicht verzichtet werden, sonst wird es oberflächlich.


Ziele einer Mitarbeiterbefragung

Es werden Informationen gesammelt über Belastungsschwerpunkte im Betrieb sowie Zusammenhänge zwischen Arbeitsbedingungen und Gesundheitsbeschwerden. Vorschläge zur Veränderung der Arbeitssituation und für verhaltenspräventive Massnahmen (Rückenschule, Ernährungsberatung usw.) können ebenfalls einfliessen. Die Erhebung dient der Entscheidungsfindung über Massnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung. Die Meinung des einzelnen ist zwar gefragt, sie dient aber dazu Belastungsschwerpunkte im Unternehmen, in Abteilungen usw. zu erkennen.

 

Beispiel 1 Analyse der Belastungen


Ich fühle mich belastet durch ...

folgende Bedingungen am Arbeitsplatz:

überhaupt
nicht

ein
wenig

stark

trifft
nicht zu

ständige Aufmerksamkeit/Konzentration
hohe Genauigkeit
hohe Denkanforderung
Schnelligkeit
grosse Arbeitsmengen
schwierige Entscheidungen/ Arbeiten
hohe Fehlermöglichkeit
Unterbrechung von angefangenen Arbeiten
eintönige Arbeit
Isolation am Einzelarbeitsplatz
schlechte Sichtverhältnisse
schlechte Belüftung/ Klimaanlage
Tabelle 1: Fragebogen Belastungen

Die Befragung erfasst die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die meist vor ernsthaften Erkrankungen liegen und verknüpft diese mit Aussagen zu den subjektiv empfundenen Arbeitsbelastungen. Eine derartige Problemerkundung liefert Anhaltspunkte, um präventiv tätig zu werden, damit Kranheiten wie z.B. ein Burnout oder Depressionen erst gar nicht entstehen.


Setzt Veränderungswille und Vertrauensklima voraus

Das Instrument Befragung sollte nur dann eingesetzt werden, wenn die Absicht besteht, die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Das Instrument Befragung sollte nur dann eingesetzt werden, wenn die Absicht besteht, die Arbeitsbedingungen zu verbessern.
Erhebungen, aus denen nichts folgt, schaden der Arbeitsmotivation und wirken sich ungünstig auf das Betriebsklima aus. Sie sind nur möglich in einem Klima des gegenseitigen Vertrauens, denn sonst ist die Beteiligung zu gering und die Beantwortung der Fragebögen nicht korrekt.

 

Datenschutz 

Für die Beschäftigten eines Unternehmens ist es wichtig zu wissen, dass der einzeln ausgefüllte Fragebogen keine Rückschlüsse auf ihre Person zulässt. Die Anonymität muss gesichert sein.

Transparente Ergebnisse / Informationspolitik

altDamit eine Gesundheitsbefragung zu repräsentativen Ergebnissen führt, muss sie gut vorbereitet werden. Das erfordert eine gute Informationspolitik. Die Beschäftigten sind umfassend über Sinn und Zweck des Vorhabens sowie die Durchführung zu informieren. Wenn die Auswertung vorliegt, müssen die Ergebnisse bekanntgegeben werden. Klar muss auch sein, welche konkreten Massnahmen daraus folgen und, was die nächsten Schritte dazu sind. Zur Information der Belegschaft können "schwarze Bretter", Flugblätter, Abteilungs- und Teammeeting, Mitarbeiterinformationsveranstaltungen usw. genutzt werden.