Arbeitsgestaltung

Arbeitsgestaltung

Menschengerechte Arbeitsgestaltung

Diese sieben Humankriterien kennzeichnen die persönlichkeitsförderliche Arbeit:

  • die Erfahrungen und Fähigkeiten der Beschäftigten berücksichtigt werdenalt
  • sie die Entfaltung unterschiedlicher Fertigkeiten und Fähigkeiten gestatten
  • sie Arbeitsschritte von der Planung bis zur Kontrolle ermöglichen
  • der Arbeitende seinen Beitrag am Gesamten erkennt
  • angemessener Handlungsspielraum besteht
  • ausreichende Rückmeldung erfolgt
  • vorhandene Fertigkeiten genutzt und neue entwickelt werden können

Arbeit sollte ausführbar, erträglich und zumutbar sein und die Entwicklung der Persönlichkeit zulassen. Dann ist sie menschengerecht und erlaubt es, in der Arbeit ein Stück weit Selbstverwirklichung zu finden.

Informations- und Kommunikationstechnologien

Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien verändert grundlegend die Büroarbeit. Für die altBeschäftigten nehmen häufig die psychischen Belastungen zu. Für die bildschirmgestützte Informationsverarbeitung nennt die Norm folgende Einzelziele:

  • Gut gestaltete Arbeitsaufgaben sollten
  • die Durchführung der Arbeitsaufgabe erleichtern
  • die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter schützen
  • das individuelle Wohlbefinden fördern
  • die individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten im Rahmen der Aufgabenstellungen weiterentwickeln

Dabei sind insbesondere zu vermeiden:

  • Über- oder Unterforderung
  • unangemessene Wiederholung immer gleicher Arbeitsvorgänge
  • unangemessener Zeitdruck
  • isoliertes Arbeiten ohne Gelegenheit zu sozialen Kontakten

Gestaltungshinweise Vielseitigkeit

Arbeit ist vielseitig, wenn vielerlei Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten eingesetzt werden können. Dies setzt voraus: Täglich oder mindestens mehrmals wöchentlich wechseln sich Arbeiten mit unterschiedlichen körperlichen und geistigen Anforderungen ab, beispielsweise

  • Routinetätigkeiten und anspruchsvolle hochkonzentrierte Denkaufgaben
  • Tätigkeiten mit Bildschirmnutzung und handschriftlichen Arbeiten, Lesen, Nachschlagen, Konzepte erstellen, Sortieren etc.
  • sitzende und stehende Körperhaltung sowie Bewegung

Gefahren bei fehlender Aufgabenvielfalt

Bei ständig gleichartigen Aufgaben treten Monotonieeffekte auf. Auch die geistige Beweglichkeit leidet darunter. Ausserdem gehen sie meist mit einseitiger Belastung des Bewegungsapparates und der Sinnesorgane einher und begünstigen körperliche Beschwerden.

Handlungsspielraum

Die Arbeitsgestaltung sollte "einen angemessenen Handlungsspielraum hinsichtlich Reihenfolge, Arbeitstempo und Vorgehensweise für den Benutzer vorsehen."
Untersuchungen haben ergeben, dass sich als gesundheitsförderlich solche Arbeitsplätze herausstellten, an denen die Beschäftigten über grosse Handlungsspielräume verfügen, das heisst, eigenständig Ziele setzen, Entscheidungen treffen und Planungen entwickeln können.

altÜber Handlungsspielraum zu verfügen bedeutet, selbst entscheiden zu können über die Arbeitsweise und die zeitliche Organisation der Arbeit. Handlungsspielraum bezieht sich auf die Möglichkeit, eine Situation entsprechend der eigenen Vorstellungen zu beeinflussen: beispielsweise das Arbeitstempo je nach Tagesform zu variieren, Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration erfordern, in störungsfreien Zeiten zu erledigen u.v.m. Das hilft, Stress zu vermeiden. Schon das Wissen um vorhandene Handlungsspielräume, macht gelassener. Dagegen wirken einengende Vorschriften oder eine starke Abhängigkeit vom technischen System als Stressoren.

Arbeitspsychologische Forschungsergebnisse zeigten auf, dass ein eingeschränkter Handlungsspielraum das Wohlbefinden stört, die geistige Beweglichkeit einschränkt, die Persönlichkeit reduziert und passives Verhalten auch in der Freizeit und im politischen Bereich fördert.

Soziale Rückendeckung

Feedback durch Vorgesetzte und Kollegen über die Qualität der Arbeit sind Ausdruck sozialer Unterstützung. Wo sie funktioniert, ist das ein wichtiger "Puffer" gegen Stress. Feedbacks sind am wirksamsten, wenn sie rechtzeitig und ehrlich gegeben werden. Weiter bewirkt die Möglichkeit zur sozialen Interaktion, dass Probleme gemeinsam bewältigt und Belastungen deshalb besser ertragen werden.


Entwicklungsmöglichkeit

Die Gestaltung der Arbeitsaufgabe sollte "Gelegenheit zur Weiterentwicklung bestehender und die Aneignung neuer Fertigkeiten im Rahmen der Aufgabenstellung vorsehen."

Arbeit formt die Persönlichkeit

altOb negativ oder positiv - jede Arbeit beeinflusst die Persönlichkeit. Deshalb ist es wichtig, die Arbeit so zu gestalten, dass der Arbeitende dazulernen kann. Eine persönlichkeitsfördernde Arbeit muss stets neue Herausforderungen bieten. Dabei sollten die Beschäftigten ihre vorhandenen Qualifikationen umfassend nutzen und weiterentwickeln, aber auch neue Kenntnisse aneignen können: beispielsweise beim Einsatz neuer Technik und neuer Arbeitsverfahren, bei neuen Kundenkontakten usw.

Als negativ gilt eine Tätigkeit, bei der der Beschäftigte ständig über oder unter seinen Leistungsmöglichkeiten arbeitet, die kein Weiterlernen ermöglicht oder die zum Verlernen von Qualifikationen führt.