Selbstdiagnose

Selbstdiagnose

Burnout als sich entwickelnder Prozess

Um einem Burnout bereits in seinen Anfängen begegnen zu können oder in den fortgeschrittenen Burnout-Prozess sinnvoll einzugreifen, ist eine solche individuelle Bestandsaufnahme unerlässlich.

Eine Selbstdiagnose durch den Betroffenen ist selbstverständlich auch möglich, doch dies setzt sich selbst gegenüber sehr viel Ehrlichkeit voraus.

Das zentrale Anliegen besteht darin abzuklären, ob sich persönliche oder institutionelle Voraussetzungen beziehungsweise Eigenschaften als belastend erweisen. Grundsätzlich kann eine Selbstdiagnose die Diagnose durch Psychiater oder Psychologen nicht ersetzen. Der Burnout-Test auf dieser Internetseite gibt erste Hinweise.

altDie erste Phase, die Phase erster Warnzeichen, ist bestimmt durch einen gesteigerten Einsatz für bestimmte Ziele bei der Arbeit, was sich in der Zunahme von Überstunden am Arbeitsplatz zeigen kann. Die Betroffenen und ihre Angehörigen stellen vielleicht erste Anzeichen von Erschöpfung mit Müdigkeit und Motivationsverlust für andere Tätigkeiten fest. Häufig sind vegetative Überreaktionen festzustellen in Sinne von ganz unspezifischen körperlichen Symptomen wie Magen-Darmreaktionen, verstärktem Schwitzen, Mundtrockenheit, leichten Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafstörungen und vielem mehr.

altIn der Phase des reduzierten Engagements ist beim Betroffenen ein sozialer Rückzug beobachtbar: der Betroffene versucht weniger Fremdeinflüssen ausgesetzt zu sein, wird schweigsamer, zeigt vielleicht in gewissen Nebensätzen erste negative Einstellungen zu seiner Arbeit und wirkt häufig "egoistischer", mehr auf seinen Nutzen konzentriert. Man erlebt ihn, als ob er Scheuklappen aufhabe: eingeengt in seiner Wahrnehmung. Irgendwie abgeschnitten, fremd. Selbstverständlich verlaufen die Übergänge fliessend, und unbemerkt befindet der Betroffene sich bereits in der dritten Phase, der Phase der emotionalen Reaktionen mit Minderwertigkeitsgefühlen und Pessimismus. Häufig kommt es dabei auch zu Schuldzuschreibungen an andere, was zusätzlich zu zwischenmenschlichen Belastungen führen kann. Oft wird der sich aufbauende Burnout Prozess durch die dann ablehnenden oder gereizten Reaktionen der anderen noch angeheizt. Der Betroffene wird in seinen negativen Selbstwahrnehmungen von aussen bestätigt, was  seine Wahrnehmung untermauert und die Negativspirale des Prozesses beschleunigt.