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Was bedeutet Burnout?

Wie der Name schon sagt, fühlen sich Menschen mit dem Burnout-Syndrom ausgebrannt und erschöpft. Ihre Leistungsfähigkeit ist gemindert, sie verspüren keine Antriebskraft. Bei Stress, Depressionen und Burnout gibt es kaum klare Abgrenzungen, viel mehr fliessende Übergänge.

Definition gemäss Wikipedia:

Ein Burnout-Syndrom (engl. (to) burn out: „ausbrennen“) bzw. Ausgebranntsein ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung mit reduzierter Leistungsfähigkeit, das als Endzustand einer Entwicklungslinie bezeichnet werden kann, die mit idealistischer Begeisterung beginnt und über frustrierende Erlebnisse zu Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und einer erhöhten Suchtgefährdung führt.

Burnout ist keine Krankheit mit eindeutigen diagnostischen Kriterien (siehe Abschnitt ICD), sondern eine körperliche, emotionale und geistige Erschöpfung aufgrund beruflicher Überlastung und wird meist durch Stress ausgelöst, der nicht bewältigt werden kann Burnout wurde zunächst bei Helfenden Berufen beschrieben und ist auch in zahlreichen anderen Berufsgruppen zu beobachten. Dazu gehören Sportler, Politiker, Forschungsmitarbeiter, Langzeitpflegende kranker Angehöriger bis hin zum Verkäufer.

 

In der wissenschaftlichen Fachliteratur gibt es unterschiedliche Definitionen des Begriffs Burnout:

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Burnout ist einen Zustand physischer oder seelischer Erschöpfung, der als Auswirkung langanhaltender negativer Gefühle entsteht, die sich in Arbeit und Selbstbild des Menschen entwickeln. (Quelle: Emener und Mitarbeiter, 1972, in Fengler, 1998, Seite 92)

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Cherniss definiert Burnout als einen Prozess, in dem sich ein ursprünglich engagierter Mitarbeiter von seiner Arbeit plötzlich zurückzieht, als Reaktion auf Beanspruchung und Belastung im Beruf. (Quelle: Cherniss, 1980, New York: Praeger)
altArsons, Pines und Kaffrey (Kafrey) erweitern diese Ausführung zum Burnout und erklären das Ausbrennen als das Resultat andauernder oder wiederholter emotionaler Belastung im Zusammenhang mit langfristigem, intensivem Einsatz für andere Menschen: Das Ausbrennen ist die schmerzliche Erkenntnis (von Helfern), dass sie diesen Menschen nicht mehr helfen können, dass sie nicht mehr zu geben haben und sich völlig verausgabt haben. (Quelle: Pines, Arsons und Kaffrey, 1993, Seite 25). Die Autoren und Burnout-Experten Arsons, Pines und Kaffrey unterscheiden in ihrem Konzept zwischen Überdruss sowie Burn-out. Die beiden Diagnosen haben ähnliche Symptome, jedoch unterschiedliche Ursachen. Während Burnout aus chronischer Belastung entsteht, wird Überdruss auf berufliche Ursachen zurückgeführt, wie zum Beispiel Bürokratie. Die Hauptursachen für Burn-out sind nach Arsons, Pines und Kaffrey zu hoch gesteckte Erwartungen und Ziele und lang andauernder Stress. Die Betroffenen setzen sich intensiv für andere ein und bekommen dafür wenig bis gar kein positives Feedback. Folglich definieren Arsons, Pines und Kaffrey den Burn-out als eine körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung, welche durch emotionalen Stress verursacht wird. altMaslach und Jackson definieren Burnout als ein Syndrom emotionaler Erschöpfung, Depersonalisierung und reduzierter persönlicher Leistungsfähigkeit, das bei Individuen, die in irgendeiner Weise mit Menschen arbeiten, auftreten kann. (Quelle: Maslach und Jackson, 1984, Seite 134 in Enzmann und Kleiber, 1989, Seite 32).

Maslach und Jackson sehen Burnout verursacht durch stresshafte Interaktionen und unterscheiden in ihrem Erklärungskonzept drei Dimensionen des Burnout: Emotionale Erschöpfung bezieht sich auf Gefühle, durch seinen Kontakt mit anderen Menschen emotional überanstrengt und ausgelaugt zu sein. Depersonalisierung bezieht sich auf eine gefühllose und abgestumpfte Reaktion auf diese Leute, die gewöhnlich die Empfänger seiner Dienste oder Fürsorge sind. Reduzierte persönliche Leistungsfähigkeit bezieht sich auf eine Abnahme seines Gefühls an Kompetenz und erfolgreicher Ausführung in seiner Arbeit mit Menschen. (Quelle: Maslach und Jackson, 1984, Seite 134 in Enzmann und Kleiber, 1989, Seite 32)

altBurisch beschreibt Burnout als einen Zustand innerer Erschöpfung, welcher in jedem Beruf auftreten kann. Er versucht die verschiedenen Ansätze auf einer allgemeinen Ebene zu integrieren und sieht Burnout in Gang gesetzt durch Autonomieeinbussen in gestörten Auseinandersetzungen des Individuums mit seiner Umwelt, genauer: durch die innere Repräsentation solcher Interaktionen als gestörter und das Scheitern bei ihrer Bewältigung. (Quelle: Burisch, 1994, Seite 117)

altMüller postuliert in einer aktuellen Definition der Burnout-Krise: Im Falle einer Burnout-Krise nimmt die psychische Belastbarkeit bereits im mittleren Berufsalter ab. Menschliche Überforderung und Enttäuschungen führen zu emotionaler Erschöpfung und Resignation. Der phasische Verlauf kann bis zur Entfremdung von sich selbst und zu völligem Rückzug von anderen Menschen führen und in Depressionen und körperliche Erkrankungen münden. (Quelle: Müller, 2004, Seite 18)

altEdelwich und Brodsky verwenden den Begriff Burnout um einen zunehmenden Verlust von Idealismus und Energie zu beschreiben, den die in den helfenden Berufen Beschäftigten als Folge der Arbeitsbedingungen erfahren. (Quelle: Edelwich und Brodsky, 1984, Seite 12). Diesen Verlust an Energie und Engagement sehen Edelwich und Brodsky als Folge einer Desillusionierung, nach einem Prozess der stufenweisen Enttäuschung.

 

 

 

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Freudenberger betrachtet Burnout als einen Zustand der Erschöpfung und Frustration, verursacht durch unrealistische Erwartungen. Er definiert Burnout als ein Energieverschleiss, eine Erschöpfung aufgrund von Überforderungen, die von innen oder von aussen – durch Familie, Arbeit, Freunde, Liebhaber, Wertesysteme oder die Gesellschaft - kommen kann und einer Person Energie, Bewältigungsmechanismen und innere Kraft raubt. Burnout ist ein Gefühlszustand, der begleitet ist von übermässigem Stress, und der schliesslich persönliche Motivationen, Einstellungen und Verhalten beeinträchtigt. (Quelle: Freudenberger, 1994, Seite 27)

 

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Schaufeli und Maslach definieren Burnout wie folgt: Burnout ist ein dauerhafter, arbeitsbezogener Seelenzustand normaler Individuen. Er ist in erster Linie von Erschöpfung gekennzeichnet, begleitet von Unruhe und Anspannung, einem Gefühl verringerter Effektivität, gesunkener Motivation und Entwicklung dysfunktionaler Einstellungen und Verhaltensweisen bei der Arbeit. Diese psychische Verfassung entwickelt sich nach und nach, kann dem betroffenen Menschen aber dann unbemerkt bleiben. Sie resultiert aus einer Fehlanpassung von Intentionen und Berufsrealität. Burnout erhält sich wegen ungünstiger Bewältigungsstrategien, die mit dem Syndrom zusammenhängen, oft selbst Aufrecht. (Quelle: Schaufeli, 1998, Seite 36 bis 39). Schaufeli und Maslach betonen in ihren Ausarbeitungen, dass die Ursachen von Burnout im Wesentlichen nicht in den Persönlichkeitszügen der Betroffenen, sondern in den wirksamen und strukturellen Merkmalen von ungünstigem Umfeld bei der Arbeit liegen. Drei weitere Komponenten beeinflussen den Verlauf von Burnout: emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und reduzierte persönliche Leistung. Zu den Faktoren, die die Entstehung des Burnout begünstigen, zählen Maslach und Schaufeli beispielsweise:
  • Mangel an positivem Feedback
  • Fokussierung auf Klientenprobleme
  • Gehäufte chronische und schwer zu beeinflussende Probleme
  • Normen eines guten Helferverhaltens
  • Übertriebene Involviertheit
  • Hierarchieprobleme
  • Administrative Zwänge
  • Schlechte Teamarbeit
  • Druck von Vorgesetzten
  • Schlechte Arbeitsorganisation
  • Mangelnde Ressourcen (Personal, Finanzmittel)
  • Problematische institutionelle Vorgaben und Strukturen

(Quelle: Maslach, 2001)